Annette
klavierspielende Mama eines geigespielenden Sohnes
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Wie lange sollten 6-jährige üben? vor 6 Jahren, 1 Monat
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Hallo,
ich melde mich mal wieder, nachdem ich hier immer guten Rat bekommen habe.
Ich mache mir Gedanken, wieviel Übezeit am Tag für einen kleinen Anfänger so richtig ist.
Mein Sohn ist jetzt 6 Jahre. Er hat im Mai mit Geigenunterricht begonnen (Saßmannshaus). Zur Übezeit hört man sehr unterschiedliche Meinungen. Viele sagen, 10 Minuten pro Tag würden reichen, ein Musiker (Amateur, aber sehr sehr gut) spricht dagegen von einer halben bis ganzen Stunde.
Wir (mein Sohn und ich) üben jetzt 20 Minuten am Tag: erst wiederholen wir Lieblingsstücke, dann üben wir das Neue (etwas 10 Minuten), und zum Schluß spielen wir wieder die Lieblingsstücke. Dabei sind wir voll konzentriert. Wir üben jeden Tag. (Bei seinen Lieblingsstücken begleite ich ihn auf dem Klavier, das motiviert ihn.) Die Lieblingsstücke sind natürlich einfacher als die Neuen.
Ich bin auch unsicher, was schneller oder langsamer Fortschritt ist. Im Beitrag "Kurse des dt. Suzuki-Instituts" schreiben Sie am 28.9.: " Ich weiß nur, dass ich im September wieder 4 Neue á 30 Minuten bekommen habe und die jetzt alle 4 bei den Saitenwechseln und auch einem 2. Finger angelangt sind."
Bei uns scheint das nicht so schnell zu gehen. Inzwischen sind wir beim 4. Finger angelangt ("Königskind"). Die Lehrerin meint, mein Sohn würde von allen ihren Schülern am schnellsten Fortschritte machen. Er ist motorisch bestimmt nicht überdurchschnittlich begabt, aber das Üben hilft natürlich.
Eine kleine 7-jährige, die wir kennen, hat in einem Jahr den ganzen Saßmannshaus durch gehabt. Sie hat neulich ein kleines Weihnachtslied vorgespielt (recht kratzig, und nicht sehr intonationssicher, aber sie war auch furchtbar aufgeregt). Lt Mutter übt sie jeden Tag 10 Minuten.
Ich würde mich freuen, wenn es hier mal eine Diskussion über adäquate Übezeiten gäbe.
Viele Grüße
Annette
P.S. Falls es Sie interessiert: wir verabreden jetzt mit der Lehrerin einige zusätzliche Unterrichtsstunden in der Ferienzeit, damit wir nicht falsch üben. Abgerechnet wird das über die MS.
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Re:Wie lange sollten 6-jährige üben? vor 6 Jahren, 1 Monat
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Annette schrieb:
Mein Sohn ist jetzt 6 Jahre. Er hat im Mai mit Geigenunterricht begonnen (Saßmannshaus). Zur Übezeit hört man sehr unterschiedliche Meinungen. Viele sagen, 10 Minuten pro Tag würden reichen, ein Musiker (Amateur, aber sehr sehr gut) spricht dagegen von einer halben bis ganzen Stunde.
Hallo Annette
Ja, das Thema Übezeiten ist allerdings mit sehr unterschiedlichen Meinungen behaftet.
Letztendlich kommt es vor allem darauf an dass die Übezeit konzentriert und effektiv genutzt wird. Außerdem sollte das Üben so dosiert sein das es für das Kind nicht zur permanenten Qual wird.
Dann ist auch noch ein interessanter Aspekt bei den Übezeitangaben was alles zum Üben gehört. Ich hab mal von einer älteren Schülerin gehört dass sie zu ihrer 15-minütigen Übezeit das Geige-Auspacken, Notenständer-Aufstellen, Noten-Suchen, Einstimmen und Alles-wieder-Einpacken rechnet. So werden aus 15-Minuten unter Umständen nur noch 5 oder noch weniger effektiv genutzte Übeminuten.
Wir (mein Sohn und ich) üben jetzt 20 Minuten am Tag: erst wiederholen wir Lieblingsstücke, dann üben wir das Neue (etwas 10 Minuten), und zum Schluß spielen wir wieder die Lieblingsstücke. Dabei sind wir voll konzentriert. Wir üben jeden Tag. (Bei seinen Lieblingsstücken begleite ich ihn auf dem Klavier, das motiviert ihn.) Die Lieblingsstücke sind natürlich einfacher als die Neuen.
"Voll konzertriert" und "jeden Tag" sind für meine Begriffe schon zwei sehr gute Voraussetzungen für gutes Üben. Vorallem das tägliche Üben bleibt ja für einige Schüler ein Mysterium.
Bei uns scheint das nicht so schnell zu gehen. Inzwischen sind wir beim 4. Finger angelangt ("Königskind"). Die Lehrerin meint, mein Sohn würde von allen ihren Schülern am schnellsten Fortschritte machen. Er ist motorisch bestimmt nicht überdurchschnittlich begabt, aber das Üben hilft natürlich.
Eine kleine 7-jährige, die wir kennen, hat in einem Jahr den ganzen Saßmannshaus durch gehabt. Sie hat neulich ein kleines Weihnachtslied vorgespielt (recht kratzig, und nicht sehr intonationssicher, aber sie war auch furchtbar aufgeregt). Lt Mutter übt sie jeden Tag 10 Minuten.
Das mit den Fortschritten ist natürlich von Kind zu Kind unterschiedlich. Ein Kind lernt schneller ein anderes nicht ganz so schnell. Einige Kinder brauchen "ewig". Ich würde die Fortschritte auch nicht unbedingt an dem erreichen eines Fingers oder einer bestimmten Seite in einer Violinschule festmachen. Wenn ich will kann ich eine Schülerin in einem halben Jahr durch den 1. Band Saßmannshaus jagen. Die Frage ist wie sie die Stücke dann spielt. Wenn die Intonation oder der Ton dann nicht gut ist, hätte ich mir vielleicht etwas mehr Zeit lassen sollen und an einigen Stücken die Intonation oder klanglichen
Aspekte etwas mehr vertiefen sollen.
Bei dem Erreichen eines bestimmten Fingers ist das auch so eine Sache. Einige Pädagogen gehen da streng nach den Vorgaben bestimmter Violin-Schulen und üben einen Finger nach dem nächsten und für jeden neuen Finger mehrere Lieder und Übungen. Andere Lehrer setzten dem Kind einfach einmal alle 4 Finger auf die Saiten, zeigen wie die erste Griffstellung aussieht (2. Finger hoch), achten darauf das die Hand natürlich rund ist und fertig. Natürlich muss man auch eine so erlernte linke Hand intonatorisch kontrollieren und trainieren. Also das ist auch eine Frage der Methodik.
Wenn Sie sich mehr Fortschritte wünschen könnten Sie natürlich probieren die Übezeit (insbesondere die für die neuen Stücke) etwas zu verlängern. Wenn Ihr Kind das freudig mitmacht, wunderbar. Wenn nicht kann man so einen Versuch ja auch etwas später wieder wagen. Also ruhig einfach mal ausprobieren. Aber wichtig ist: "konzentriert" und "jeden Tag"!
Viele Grüße
Felix Hammer
(admin)-lehrsaiten.de
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viele Grüße
Felix Hammer
(admin)-lehrsaiten.de
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Annette
klavierspielende Mama eines geigespielenden Sohnes
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Re:Wie lange sollten 6-jährige üben? vor 6 Jahren, 1 Monat
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Vielen Dank für die ausführliche Antwort!
Unsere Lehrerin gehört zu denen, die genau nach dem Buch vorgehen. Sie bleibt bei einem Stück so lange, bis sie wirklich zufrieden ist. Das leuchtet mir ein, aber manchmal ist mein Kleiner dann frustriert, zunächst jedenfalls. Ein Beispiel: Zur Zeit zappeln seine Finger der linken Hand noch zu stark herum, und er muß die richtige Stelle immer wieder neu suchen. Dadurch "rutscht" der Ton dann, bis er schließlich bei der richtigen Intonation landet. Und das Stück ist dadurch auch noch zu unrhytmisch.
Beim Üben ist er dann manchmal genervt, wenn ich dann auch aufpasse, daß es besser wird.
Trotzdem nimmt die Motivation im Lauf der Zeit zu, bisher jedenfalls.
Zur Zeit verkraftet er 20 Minuten ganz gut. Er macht dann konzentriert mit, aber länger will er dann erst mal nicht. Und quälen will ich ihn auch nicht.
Das bevorstehende Weihnachtsvorspiel für die Verwandtschaft motiviert ihn auch. (Ich habe eine "Violinbegleitung" für Kling Glöckchen auf dem Klavier geschrieben, in der nur die Töne vorkommen, die er schon kann).
Grüße, Annette
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malbrecht
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Re:Wie lange sollten 6-jährige üben? vor 6 Jahren, 1 Monat
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Annette schrieb:
Sie bleibt bei einem Stück so lange, bis sie wirklich zufrieden ist. Das leuchtet mir ein, aber manchmal ist mein Kleiner dann frustriert, zunächst jedenfalls. Ein Beispiel: Zur Zeit zappeln seine Finger der linken Hand noch zu stark herum, und er muß die richtige Stelle immer wieder neu suchen. Dadurch "rutscht" der Ton dann, bis er schließlich bei der richtigen Intonation landet. Und das Stück ist dadurch auch noch zu unrhytmisch.
Ist schon ok, wenn sie am Ball bleibt. Aber man kann ja das Material zum gleichen Problem ausweiten. Also nicht immer die gleichen Stücke, sondern auch mal was anderes. Aus einem anderen Heft, oder gleich selbstausgedachtes, aber immer zum gleichen Problem. Ich wäre als 6jähriger auch frustriert, 3 Wochen den gleichen 2Zeiler spielen zu müssen.
Trotzdem nimmt die Motivation im Lauf der Zeit zu, bisher jedenfalls.
Zur Zeit verkraftet er 20 Minuten ganz gut. Er macht dann konzentriert mit, aber länger will er dann erst mal nicht. Und quälen will ich ihn auch nicht.
Das klingt doch prima. So, wie Felix schon geschrieben hat: Die Regelmäßigkeit machts. Sicher gibt es auch Schüler, die schon mit 5 mehr üben "müssen", aber das Gängige ist das nicht. Die meisten haben schon von Haus aus eine unregelmäßige Angewohnheit Aufgaben zu erledigen. Ich bin immer froh, wenn Eltern kommen, die sich wirklich regelmäßig und intensiv mit ihrem Kind musikalisch beschäftigen.
Außerdem glaube ich: wenn er dir Finger erstmal alle 4 auf dem Griffbrett hat, ist der Rest des Band 1 ein Klacks. Ich denke schon, dass er im wesentlichen im Juni einfache Lieder in der 1. Griffart mit kleinen Bindungen spielen wird, wenn ihr so weiter macht. Das entspricht dann inetwa dem Ende des Saßmannshaus 1.
Strengstens nach Buch vorzugehen, davon bin ich aber kein Freund. Setzt ja voraus, dass alle Kinder gleich sind und alle so reagieren, wie Herr Saßmannshaus sich das vorgestellt hat 
Auch das vergleiche - hui, der hat ja das und das in 1 Jahr geschaft - ist eher kontraproduktiv. Ein Instrument lernen ist ja kein Wettbewerb, auch wenn viele es so sehen. Manche brauchen am Anfang länger und plötzlich platzt der Knoten und andere gehen am Anfang ab wie eine Rakete und verabschieden sich mit 12, 13 ab in die Versenkung.
Einziger Kritikpunkt meinerseits wäre also das strenge "Abarbeiten" nach Buch. Warum jetzt nicht mal "Morgen kommt der Weihnachtsmann" einschieben? Völlig ohne Noten. Nur nach Gehör und Zeigen und Nachmachen. Du wirst staunen  ...
Das bevorstehende Weihnachtsvorspiel für die Verwandtschaft motiviert ihn auch. (Ich habe eine "Violinbegleitung" für Kling Glöckchen auf dem Klavier geschrieben, in der nur die Töne vorkommen, die er schon kann).
zum Beispiel  . Genau so muss das kommen. Nur eben auch vom Lehrer.<br><br>Post geändert von: malbrecht, am: 16/12/2005 13:20
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Re:Wie lange sollten 6-jährige üben? vor 6 Jahren, 1 Monat
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Annette schrieb:
Das bevorstehende Weihnachtsvorspiel für die Verwandtschaft motiviert ihn auch. (Ich habe eine "Violinbegleitung" für Kling Glöckchen auf dem Klavier geschrieben, in der nur die Töne vorkommen, die er schon kann).
Hui, das würde mich aber auch mal interessieren. Kann man das vielleicht so einrichten, dass man soetwas hier posten, also "austauschen" kann? WIe kann man das machen?
lg ilse
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Annette
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Re:Wie lange sollten 6-jährige üben? vor 6 Jahren, 1 Monat
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Hallo,
einfach nur nach Gehör....
ja, das werde ich auch mal versuchen, mal sehen, wie er mit dem 1. und 3. Finger klarkommt.
Ilsebilse, ich versuche mal, meine Noten einzuscannen und hier zu posten.
Grüße, Annette
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