Hallo!
Ich wünsche Euch allen ein frohes neues Jahr und hoffe, Ihr hattet schöne Festtage!
Unser Jahr fängt geigentechnisch etwas problichmatisch an - nein, eigentlich hat das letzte Jahr schon so aufgehört.
Nachdem wir eine wirklich angenehme produktive Überphase hatten, kommt gerade ein ganz großer Motivationsknick.

Unser kleiner Geiger hat in den Wochen vor Weihnachten voller Begeisterung die ihm meist bekannten, relativ einfach spielbaren und überwigend kurzen "klassischen" Weihnachtslieder gespielt und viel Freude daran gehabt. Bei der Gelegenheit haben wir auch mal wieder ein wenig an der Bogenführen gefeilt und alles hat prima geklappt. Nun sind wir wieder auf Stücke umgestiegen, die ihn ein wenig mehr fordern. Wir arbeiten gerade am 1. Satz Rieding h-Moll op.35. Schon bevor der Kleine das Stück überhaupt angehört hat, hat er einen Flunsch gezogen, weil ihm das zu lang und auf den ersten Blick zu schwierig ist. Und auch nachdam er es ein paar mal gespielt hatte und das eigentlich schon ganz gut klappte, wurde er einfach nicht warm damit - zu lang, zu schwierig. Außerdem meint er, jetzt, wo er halbwegs passabel durch das Stück kommt, müsste er nicht weiter daran arbeiten, er könne es ja bereits! Sauber spielen, am Ausdruck arbeiten, piano und forte beachten, das alles nervt ihn nur.
Ich bin schon sehr vorsichtig da rangegangen und achte darauf, ihm Abwechslung zu bieten, wir üben momentan ein- bis zweimal das Stück und dann andere, kurze, die ihm lieber sind. Aber so kommen wir natürlich nicht wirklich voran damit. Inzwischen hat er schon vor dem Üben keine Lust mehr, überhaupt anzufangen, selbst wenn wir mit einem anderen Stück beginnen und auch wenn Rieding dann durch ist, grummelt er weiter vor sich hin.
Ich bin mir wirklich unsicher, ob wir das Stück einfach beiseite legen sollten um es später nochmal aufzugreifen - vielleicht ist es wirklich zu viel verlangt, er ist halt erst sechs. Oder ist es wichtig und sinnvoll, ihn zügig dahinzuführen, auch längere Stücke intensiver zu üben und auf Ausdruck zu achten? Kann man so etwas nicht auch an kürzeren Werken tun?
Wobei... egal ob lang oder kurz, es ist wohl schwierig, Kindern in dem Alter etwas von Ausdrucksstärke und so weiter zu erzählen, unser Kleiner zumindest will immer so schnell wie möglich zum nächsten Stück galoppieren.
Ich denke, wir stehen sicher nicht allein mit diesem Problem dar. Natürlich werde ich das nächste Woche, wenn wir wieder Unterricht haben, auch noch mal mit dem Lehrer besprechen, aber ich bin mir nicht mal sicher, wie ich selbst dazu stehen soll...
Habt Ihr Tipps für mich???
Vielen Dank und ganz liebe Grüße
Annika