gaspar
Junior Boarder
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ich bin neu hier vor 3 Monaten, 2 Wochen
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und möchte mich vorstellen. Ich bin berufsmusikerin (Bratsche) und habe eine Geigende Tochter(8 1/2) und Klavierende Tochter (6). Üben ist immer wieder "unsere Thema". Es reizt mich immer wieder zu sehen/hören was andere Kinder in diesem alter auf der Geige schaffen. Ich schätze mich selber als "Ehrgeizige Mutter" ein. Leider leidet "der Spass" darunter, das merke ich schon. Aber ich lege viel Wert auf Qualität, Zielstrebigkeit, Disziplin... Zur Zeit spielt meine Geigerin Seitz Konzert, G-Dur Op 13, Elfentanz von Jenkins, ein paar andere Geigen Schätzchen. Schradieck, Tonleiter, Lagenwechseln, Vibrato...
Wenn die Zeit für Üben eingeteilt ist kommen wir locker auf 60-75 MIn. Übezeit. Reine Übezeit! Aber da drafu zu kommen dauert viel länger, weil immer wieder "gezetert" wird und Theater ums "Nicht wollen". Aber ihr Fortschritt spricht für sich. Von Januar bis Ende März hat sie schnell und gut Rieding h-moll gelernt und aufgeführt, und nun sind die neue Sachen dran. Nach dem Sommer steheh 3 Vivaldi KOnzerte an und danach Accolay. Ich kann mir kaum vorstellen dass sie in einem Jahr Accolay schon packt, aber ihre Lehrerin meint : kein Problem. Werden wir sehen. Auf jeden Fall, es ist harte arbeit! Es frustriert mich schon, wenn der Mutter der Nachbarjunge meint." Achja, 15-20 min am Tag reicht mit Üben. " Wozu mehr? Ich freue mich über diese Forum und hoffe auf Kontakt mit Gleichgesinnten. Meine Tochter würde sich über eine Brieffreundin sehr freuen. Sie ist 8 1/2, spielt Geige seit ihren 6. Geburtstag und geht z.Zt. in der 2. klasse einer Waldorfschule.
Gaspar
Ich bin nicht Deutsch, und habe keine Lust meine Grammatikfehler zu korrigieren!
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Aw: ich bin neu hier vor 3 Monaten, 2 Wochen
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Ich denke, dass die Übezeit für deine Tochter einfach zu lang ist.
Da wird der Gedanke an den nächsten Tag schon zum Horror. Wenn es so bleibt, dann wird sich deine Tochter irgendwann komplett verweigern.
Wie war es denn bei dir als du noch Kind warst? Hast du mit 8 Jahren schon so konzentriert gearbeitet?
Versuch doch mal kleine Übeeinheiten über den Tag verteilt. Meine Tochter übt manchmal morgens vor der Schule 20 bis 30 Minuten. Sie hat selbst festgestellt, dass ihr morgens vieles schneller und konzentrierter von der Hand geht, vielleicht auch weil keine Zeit zum Trödeln ist. Außerdem hat sie dann schon einen Teil (meistens Technikübungen)für diesen Tag erledigt und dann übt sie abends entspannter, weil es nicht mehr so viel ist.
Was mich eigentlich mal interessieren würde, wie passt denn deine leistungsorientierte Einstellung (die ich gut nachvollziehen kann) mit der Kuschelpädagogik der Waldorfschule zusammen?
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Letzte Änderung: 28.05.2010 08:35 von Penelokan.
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gaspar
Junior Boarder
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Aw: ich bin neu hier vor 3 Monaten, 1 Woche
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Was mich eigentlich mal interessieren würde, wie passt denn deine leistungsorientierte Einstellung (die ich gut nachvollziehen kann) mit der Kuschelpädagogik der Waldorfschule zusammen?
Erstmal, Danke für die Antwort. Meine Tochter findet gut zurecht in der Waldorf. Es wird natürlich auch dort eine gewisse "Lelistung" erwartet und auch gefordert aber ich sehe das so: Ein Kind das sich bequemt und nicht sein Bestes gibt und z.B. nur schlampig geschriebene Schreibübungen abgibt oder die Rechnenaufgabe nicht komplett fertigt und behauptet es wäre zu schwer -obwohl das definitiv nicht der Fall ist, wird ermöglicht unter der eigentliche Leistungsniveau zu lernen, was ich schade finde. Es kann sein dass ein Kind sich gar nicht wirklich anstrengen muss. Wenn Tochter extra Mathe aufgaben bekommt weil sie "Futter" braucht, erwarten wir zuhause dass sie die auch macht, und nur weil sie kein Bock hat es ungemacht lassen. Ja, Waldorf pädagogik ist oft als kuschel-schule abgescrhieben..habe ich auch früher gedacht, aber auch dort wird einiges von den Kindern gefordert.
Übezeit wird übrigens meist aufgeteilt, weil es nicht anders geht. Klavier Tochter muss auch üben und wir haben ein 2 Mon. altes Baby. Es kommen dazu Hausaufgabe, und die ganze Aktivitäten die den Nachmittag durchschneiden. Ich sehe es schon ein dass sie zuviel um die Ohren hat: Schwimmen, Chor, Trampolin-Turnen. Wir haben selten Zeit Freunde einzuladen. Aber Ich höre selber mit unterrichte auf ( habe 3 Schüler ) und dann bei Chor wollen wir eine Zeitlang pausieren. Ich denke die meisten Kinder wären mit so ein "manager Terminplan" überfordert. Ich bin es schon mit der Fahrerei und Baby.
Mit 45 Min. reine Übezeit kommen wir von KOnzentration gut hin, aber ich muss dringend ein Weg finden der mehr Spass für sie macht.
Dass wär's für's erste!
Gaspar
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Aw: ich bin neu hier vor 3 Monaten, 1 Woche
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Liebe Gaspar,
erst einmal: herzlich willkommen hier im Forum.
Ich finde deine Idee mit der Brieffreundin übrigens ganz toll, meine Tochter hätte auch gerne eine, ist aber schon 11 und geht in die 5 Klasse, passt also leider nicht so ganz.
Zuerst einmal empfehle ich dir, lass deine Tochter entscheiden, womit sie pausieren möchte. Sie sollte über ihre Freizeit entscheiden können. Und es sollte auch Zeit "übrig bleiben", bei allem Talent, um Kind sein zu können, zum Lesen, faulenzen, spielen, sich mit Freunden zu treffen. Sicher ist es manchmal nicht einfach das alles zu kooridinieren, aber es sollte genauso wichtig sein, wie alles andere auch.
Meine Tochter hat auch entschieden, was sie streichen möchte für "ihre" Geige.
Was das Üben betrifft:
Sicher siehst du als Lehrer das Talent deines Kindes. Aber du darfst es auch nicht überfordern. Vielleicht empfindet dein Kind zu viel Druck und möchte deshalb nicht immer und überall sein Bestes geben müssen.
Habt ihr schon mal mit der Geigenlehrerin gesprochen?
Informiert sie mit dem Übeproblem, wenn das noch nicht geschehen ist. Vielleicht kann sie manche Übungen kürzen, oder anders gestalten.
Wenn sie vielleicht sieht, dass diese eine Übung nötig ist, um ein Stück, das ihr sehr gut gefällt, spielen zu können, dann versteht sie vielleicht besser den Sinn der Übung.
Und vergesst nicht:
lasst sie auch öfter mal Geige spielen, nur aus Spaß heraus. Ohne Techniken, einfach so, wozu sie Lust hat.
Geht mit ihr mal in ein schönes Konzert, damit sie Lust bekommt, besser zu werden und "auch mal so spielen zu können".
Auf alle Fälle müsst ihr den Druck (den du als Mutter eines Babys sicher hast und auch oftmals vielleicht daher nicht genug Geduld) wegnehmen, sonst kann es wirklich irgendwann zu einer Totalverweigerung führen.
Meine Tochter ist 11 Jahre, spielt Geige seit sie 6 1/2 ist, Klavier seit 1,5 Jahren. Sie übt täglich 15 min Klavier vor der Schule, nachmittags 60-90 min Geige. Je nachdem, was ansteht, oder was sie zum Üben auf hat. Manchmal nimmt sie sich auch ältere Stücke und spielt sie mal wieder, manchmal spiele ich Flöte dazu. Ab und zu komponiert sie kleine Stücke und ich helfe ihr, diese aufzuschreiben.
Sie singt noch im Chor. Und trifft sich auch mit Freunden, vielleicht nicht so oft, wie andere Klassenkameraden, sie liest gerne und spielt auch sehr gerne.
Sicher gibt es Tage, da wird es knapp, aber dann achte ich darauf, dass der nächste Tag lockerer wird.
Bei alledem achten wir darauf, dass sie Freude dabei hat, dass sie es aus eigenem Antrieb macht. Sonst hat es meiner Meinung nach nur wenig Sinn. Sicher gibt es Zeiten, da muss man ein bisschen mehr motivieren, aber ich spreche von Motivation, nicht von Druck.
Ich wünsche euch alles Gute
LG Anita
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Aw: ich bin neu hier vor 3 Monaten, 1 Woche
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Liebe Gaspar,
erst einmal: herzlich willkommen hier im Forum.
Ich finde deine Idee mit der Brieffreundin übrigens ganz toll, meine Tochter hätte auch gerne eine, ist aber schon 11 und geht in die 5 Klasse, passt also leider nicht so ganz.
Zuerst einmal empfehle ich dir, lass deine Tochter entscheiden, womit sie pausieren möchte. Sie sollte über ihre Freizeit entscheiden können. Und es sollte auch Zeit "übrig bleiben", bei allem Talent, um Kind sein zu können, zum Lesen, faulenzen, spielen, sich mit Freunden zu treffen. Sicher ist es manchmal nicht einfach das alles zu kooridinieren, aber es sollte genauso wichtig sein, wie alles andere auch.
Meine Tochter hat auch entschieden, was sie streichen möchte für "ihre" Geige.
Was das Üben betrifft:
Sicher siehst du als Lehrer das Talent deines Kindes. Aber du darfst es auch nicht überfordern. Vielleicht empfindet dein Kind zu viel Druck und möchte deshalb nicht immer und überall sein Bestes geben müssen.
Habt ihr schon mal mit der Geigenlehrerin gesprochen?
Informiert sie mit dem Übeproblem, wenn das noch nicht geschehen ist. Vielleicht kann sie manche Übungen kürzen, oder anders gestalten.
Wenn sie vielleicht sieht, dass diese eine Übung nötig ist, um ein Stück, das ihr sehr gut gefällt, spielen zu können, dann versteht sie vielleicht besser den Sinn der Übung.
Und vergesst nicht:
lasst sie auch öfter mal Geige spielen, nur aus Spaß heraus. Ohne Techniken, einfach so, wozu sie Lust hat.
Geht mit ihr mal in ein schönes Konzert, damit sie Lust bekommt, besser zu werden und "auch mal so spielen zu können".
Auf alle Fälle müsst ihr den Druck (den du als Mutter eines Babys sicher hast und auch oftmals vielleicht daher nicht genug Geduld) wegnehmen, sonst kann es wirklich irgendwann zu einer Totalverweigerung führen.
Meine Tochter ist 11 Jahre, spielt Geige seit sie 6 1/2 ist, Klavier seit 1,5 Jahren. Sie übt täglich 15 min Klavier vor der Schule, nachmittags 60-90 min Geige. Je nachdem, was ansteht, oder was sie zum Üben auf hat. Manchmal nimmt sie sich auch ältere Stücke und spielt sie mal wieder, manchmal spiele ich Flöte dazu. Ab und zu komponiert sie kleine Stücke und ich helfe ihr, diese aufzuschreiben.
Sie singt noch im Chor. Und trifft sich auch mit Freunden, vielleicht nicht so oft, wie andere Klassenkameraden, sie liest gerne und spielt auch sehr gerne.
Sicher gibt es Tage, da wird es knapp, aber dann achte ich darauf, dass der nächste Tag lockerer wird.
Bei alledem achten wir darauf, dass sie Freude dabei hat, dass sie es aus eigenem Antrieb macht. Sonst hat es meiner Meinung nach nur wenig Sinn. Sicher gibt es Zeiten, da muss man ein bisschen mehr motivieren, aber ich spreche von Motivation, nicht von Druck.
Ich wünsche euch alles Gute
LG Anita
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Aw: ich bin neu hier vor 3 Monaten
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hey, ihr sprecht ein heikles Thema an.
Ich selbst bin Geigenlehrerin und erlebe sehr viele Familien mit den unterschiedlichsten Einstellungen zum Erlernen des Musikinstruments.
Sehr verbreitet ist die Meinung, Geigespielen sei Freizeit und da MUSS und darf alles einfach nur Spaß machen. Dann hört man immer wieder wie entsetzt manche Leute sind, wenn sie hören, dass Grundschulkinder 1,5 Stunden täglich üben. Das sei nicht kindgerecht, meinen viele. Diese Menschen unterschätzen aber die tatsächlichen Ansprüche, die ein Instrument wie die Geige an den Lerner stellt. Und diese Menschen unterschätzen auch, wieviel Kinder zu leisten in der Lage sind. Sie meinen auch, sie wollen doch keinen Profi heranziehen, sondern einfach nur ein bisschen Musik nebenbei machen. Kommen aber dann Fertigkeitsübungen dran, die laufend wiederholt werden müssen, heißt es , das ist langweilig und schon läßt das Interesse rapide nach.
Nun, als Lehrer ist man verpflichtet den Eltern reinen Wein einzuschenken. Ich sage: Geigelernen ist keine Zauberei aber mit disziplinierter und kontinuierlicher Arbeit verbunden, wenn was dabei rauskommen soll. Das heißt, wenn man mal in die Klassiklinie einsteigen will, im Orchester mitspielen will usw. Und damit sind wir beim Zeitfaktor, je weiter die Kinder fortschreiten, desto mehr Übezeit ergibt sich automatisch, wenn man seine Ziele verfolgt. Denn von nichts kommt nichts. Es ist leider so!!! Auch uns Erwachsenen fällt es manchmal schwer uns an die Kandare zu nehmen und das geht Kindern nicht anders. Wenn Kinder wegen des Übens herummaulen, ist das nichts Schlimmes. Das ist ein Stück Lebenserfahrung, die man den Kindern nicht abnehmen muss. Sie wachsen daran. Aber viele Eltern halten die Szenen, die Kinder veranstalten können, nicht aus.
Ich gebe immer folgende Orientierungshinweise, das sind allerdings Minimalanforderungen ohne Anspruch auf Solovorspiele, JuMU usw. Für Vorschulkinder reichen 30 Min täglich, ab Schulalter 1.+2. KLasse 45 Min. und ab 3. KLasse werden es eigentlich immer 60 Min. Und ab dem Alter scheiden sich auch die Wege, diejenigen, die mehr Zeit investieren, haben auch entsprechend größere Erfolgserlebnisse. Ich habe auch Schülerinnen, die im Alter von 6J. schon täglich eine ganze Stunde üben. Und sie haben sogar Spaß dran.
Liebe Gasper, lass dich nicht irritieren. ich finde , dass du es ganz richtig machst.
Schöne Grüße!!!
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