Ich übe jeden Tag vor dem Spiegel und kann meine Stücke keinesfalls auswändig. Manchmal mehr, manchmal weniger. Manchmal geht es nur darum die Bogenführung im legato zu kontrollieren, manchmal im spiccato, im Moment ist es das Handgelenk für sautillé. Manchmal geht es wiederum darum die "großen Schaukeln" bei "größeren" Lagenwechseln (kommen auf der Bratsche ja nicht so oft vor

) anständig zu machen, dann ist wiedermal Vibrato dran. Diese Übungen sind dann Teil der "Trockenstudien", mit denen mein Üben immer beginnt: probieren ohne vorgeschriebene Noten.
Aber auch Literatur wird öfter am Spiegel gegengecheckt, dann aber eben nur passagenweise (gerne immer wieder genommen sind schnelle Saitenwechsel wie damals bei der Bach´schen Gambensonate oder zuletzt Telemann), da muss ich das nicht auswändig können.
Das Problem beim Spiegel, besonders wenn es um die Kontrolle der linken Hand geht, ist ja eine gewisse Parallaxe. Man sieht sich eben
auch nicht so, wie es der Lehrer tun würde, weil man zum Spiegel eben auch immer eine leicht verdrehte Haltung einnimmt, je nachdem, was man eben sehen will. Trotzdem für mich persönlich unverzichtbar!