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durchschnittliche Schülerin- Berufswunsch Geigerin vor 1 Jahr, 4 Monaten
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Hallo,-
Diesmal hab ich eine Frage an Euch, die mich schon seit längerem beschäftigt, und zwar:
ich habe vor 3,5 Jahren eine damals knapp 7 jährige Schülerin bekommen, welche recht bald den Wunsch geäussert hatte, "Geigespielen als Beruf".
Ich habe ihr damals gesagt, dass ich nicht glaube, dass es schaffbar ist,- (man jedoch niemals nie sagen sollte)jedoch hat Sie mit ihrem Fleiß und vorallem unglaublichem Durchhaltevermögen mich mittlerweile schon oft überrascht.
Nun ist Sie 10 Jahre,- und will das immernoch.
Nun meine Fragen an Euch:
1, Was empfiehlt ihr 10Jährigen(4.Klasse) mit diesem Berufswunsch als tägliche Übungszeit?
2, Wie oft/lange pro Woche Unterricht?
3, Welche Literatur?
3a, Was wäre das "mindeste" was ein 10jähriges Kind spielen können müsste, um überhaupt die Chance zu haben, später als Geigerin (nicht Lehrerin) sein Geld zu verdienen?
Was wäre dann ca. so der Weg von 10-14?
3b,
4, Wie das Verhältnis zwischen Tonleitern, Übungen, Etüden, Stücken?
5, Welchen Raum nimmt Kammermusik ein?
6, Welchen Theorie?
7, Welchen Orchester?
8, Welchen Blattspielen?
Ich habe natürlich schon einen Plan für die Schülerin, jedoch würden mich Erfahrungswerte/Berichte von Lehrern mit mehr Erfahrung als mich sehr interessieren!
(oder auch aus Schüler/Eltern-sicht!)
Ich habe bis jetzt eher die umgekehrte Erfahrung, und zwar Schüler, die recht gut spielen, aber für die das Instrument nur ein Teil ist, und die auch nicht in ein Musikgymnasium oder ähnliches gehen würden...
Und zu guter letzt:
Wie geht ihr damit um (als Eltern und Lehrer) wenn ein Kind das bereits als "Berufswunsch" äussert,- es aber nicht offensichtlich motorisch/musikalisch hochbegabt ist?
Lg, murcksi
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Aw: durchschnittliche Schülerin- Berufswunsch Geigerin vor 1 Jahr, 4 Monaten
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Murcksi, wenn Du selber Geige unterrichtest, wirst Du doch wissen, was Du damals für die Hochschule können musstest. Denn die Hochschule ist doch erstmal die nächte Etappe, nicht das Berufsleben selbst oder irre ich mich?
Sicher hat sich da auch viel geändert in den letzten Jahren (keine Ahnung, wann Du studiert hast), aber als Idee?
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Profi
Gold Boarder
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Aw: durchschnittliche Schülerin- Berufswunsch Geigerin vor 1 Jahr, 4 Monaten
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Hallo Murcksi,
die Fragen kann ich so nicht beantworten. Ich kenne das Mädchen nicht und weiß auch nicht, was sie jetzt spielt. In dem Alter kann es auch sehr schnell vorangehen, oder stagnieren.
Wenn du schon einen Plan hast, dann stell doch mit ihr zusammen einen Übeplan auf, soviele Minuten Tonleitern, soviele Minuten Etüde etc. Sehr schnell kommt man dann auf 90 - 120 Minuten Übezeit. Da siehst du dann schnell, ob sie bereit ist, sich wirklich für ihren Wunsch einzusetzen.
Andererseits bin ich bei solchen Berufswunschäußerungen immer sehr vorsichtig. Das Geschäft wird immer härter, die Konkurenz ist riesig. Lass sie bei Wettbewerben spielen, nimm sie mit zu Konzerten, damit sie den Betrieb etwas kennenlernt. Viele haben eine sehr romantische Vorstellung davon, Geigerin zu sein. Harte Arbeit und große Leidensfähigkeit sind gefragt. Talent sollte auch vorhanden sein. Entscheidungen werden auch jezt noch nicht getroffen.
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Aw: durchschnittliche Schülerin- Berufswunsch Geigerin vor 1 Jahr, 4 Monaten
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Als erstes würde ich die Vielfalt der Berufe, die mit Musik zu tun haben ins Auge fassen und daher einem Kind niemals den Berufswunsch Musiker zu werden ausreden.
Hier hat man ein paar Aufführungen zu dem Thema:
www.j-m.ch/download/musik_als_beruf_d.pdf
Zweitens sind Kinder, wenn sie von etwas begeistert sind, dermaßen motiviert, dass man ihnen das nicht vermiesen sollte durch besonderes Schwarzmalen des angestrebten Profimusikerlebens - als Kind will man natürlich immer Prinzessin sein, nicht Amme. Ist nicht verboten, und wenn auch ein durchschnittlich begabtes Kind von dieser Idee so begeistert ist, und bereit ist viel zu üben, warum nicht.
Auf einem anderen Blatt steht, ob man gleich mit Wettbewerben dem Kind sozusagen alle Illusionen rauben muss - zumal über Ungerechtigkeiten genug bekannt ist - Wettbewerben aussetzen unter dem Gesichtspunkt Sieg ist alles würde ich Kinder nur, wenn deren Begabung bombensicher ist, sonst kann ein Misserfolg eben nicht nur zur Desillusionierung führen, sondern auch schwere psychische Schäden verursachen.
Nach dem Motto der Weg ist das Ziel, lass das Kind probieren ob es mit Übezeiten mit bis zu 3 Stunden täglich glücklich ist, zudem auch noch die Übezeit für das obligatorische Klavier kommt, sollte es mit Feuereifer dabei sein, wird es mit zunehmendem Alter selbst seine Grenzen erkennen, als Musiklehrer kann man die Entwicklung nicht vorhersehen.
Eine schöne Kindheit mit der Violine verbringen zu dürfen ist schon Ziel für sich.
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Aw: durchschnittliche Schülerin- Berufswunsch Geigerin vor 1 Jahr, 4 Monaten
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Ach so bezüglich der möglichen Literatur ist z.B. die Repertoire-Liste von violinmasterclass als Anhaltspunkt zu nehmen:
violinmasterclass.com/repertoire.php?type=piano
es gibt sie auch für Etüden, solo us.w.
Meine 10jährige Tochter spielt etwa zwischen Level 4 und 5 (so als Anhaltspunkt), sie hat auch mit 7 angefangen (allerdings zuvor schon ein Jahr ein anderes Instrument gespielt), sie übt täglich etwa 1 Stunde Geige, Klavier zwischen 20 min bis 30 min vor der Schule (aber sehr effektiv). Mit Wettbewerben würde ich bei ihr noch sehr zurückhaltend sein, denn sie ist sehr ehrgeizig, ein Verlierer in ihren Augen wäre sicher katastrophal - Mathewettbewerbe macht sie z.B. gerne, da sie jedes Mal gute Plätze belegt, Schach dagegen hat sie noch in der 1. Klasse sofort nach einem Wettbewerb aufgehört.
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Aw: durchschnittliche Schülerin- Berufswunsch Geigerin vor 1 Jahr, 4 Monaten
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@cassia
Danke, ja, das ist mir schon klar,-
Aber hier schwankt das so sehr(9-11 Jährige mit Lalo, Bruch und Vieuxtemps-konzert sind hier "normal", genauso gibt es aber 19jährige die mit Haydn-Konzert und keiner weiteren Lagenerfahrung als 1.-3.Lage genommen wurden!)- und mich interessiert nicht, ob ein Prof. Sie später überhaupt nehmen würde(ich denke, irgendjemanden würde man schon finden, wenn man lange genug und hartnäckig genug sucht), sondern welche Chance da realistisch bestehen, bzw. wie ich Sie am Besten fördern könnte, oder ob ich ihr etwas Schlechtes tue, wenn ich das tue!
hier so, rund um mich, kenne ich nur quasi die 2 Extreme:
9-10Jährige, welche Mozart-Konzerte (sehr gut!) und z.B. Bartok Rumänische Tänze(vom Blatt in fast Originaltempo) spielen,-
denen wird gesagt, dass Sie zu schlecht sind, und ab nun mind. jeden Tag 3 Stunden üben müssen, damit Sie überhaupt die chance haben, Musiker zu werden,-
und auf der anderen Seite gibts die Schüler, die ihr Instrument regelmäßig vergessen, und nach 5 Jahren der 1.Lage noch nicht mächtig sind...
Aber es muss doch irgendetwas dazsciehn geben?
oder sehe das nur ich so?
Lg, murcksi
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