SMaus
Fresh Boarder
Beiträge: 18
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Re:Armgewicht der Bogenhand vor 5 Jahren, 4 Monaten
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Meine Antwort kommt ein wenig spät - ich habe das Forum eben erst entdeckt. Sorry...
Der Druck auf den Bogen kommmt ja eh nicht in dem Sinne aus dem Arm sondern eher durch eine Drehung um Elle und Speiche (Pronation) auf den Zeigefinger.
Meine Schüler sollen sich vorstellen, sie drehen mit einem Schraubenzieher eine Schraube aus der Wand, damit sie sich die Drehbewegung vergegenwärtigen können. Dann lasse ich sie den Bogen aufsetzen bei relativ niedrigem Ellenbogen und mit genau dieser Bewegung Druck auf den Zeigefinger ausüben. Meistens sind sie total baff, mit wie wenig Aufwand sich der Bogen geradezu durchbiegt.
Dabei aber nicht streichen. Nur aufsetzen. Notfalls helfe ich nach, in dem ich ihre rechte Hand mit meiner Bogenhand in die Drehbewegung bringe. In den meisten Fällen hat das sehr gut geholfen, da sie sehen, wie stark diese Bewegung hilft. Gerade der visuelle Reiz ist bei Anfängern sehr fruchtbar.
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VG - Stefan
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Armgewicht der Bogenhand vor 5 Jahren, 7 Monaten
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Hallo auch!
Wer hat einen Weg gefunden, wie man einem Schüler (Geige, Bratsche )beibringt, mit dem Gewicht des rechten Armes zu spielen, anstatt zu "drücken"? Man findet Bogenstrichübungen etc. in allen Schulen und Lehrwerken, doch für diese absolut grundlegende Problematik habe ich bisher keinerlei Erwähnungen auftreiben können. Wer kann helfen?
Gruß
Prim Rose
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Re:Armgewicht der Bogenhand vor 5 Jahren, 7 Monaten
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Hallo,
lass' vielleicht mal den Zeigefinger vom Bogen nehmen. Dadurch verlagert sich der "Druck" auf den Mittelfinger, der dann aber kein eigentlicher Druck ist, sondern lediglich das Armgewicht auf den Bogen überträgt.
Der Schüler muss das Gefühl haben, dass das Gewicht des Ellenbogens den Bogen nach unten "schleppt" (ohne Zeigefinger) und der kleine Finger lediglich zur Steuerung da ist.
Eine wichtige Voraussetzung ist natürlich auch, dass alle Finger federnd, rund und beweglich am Bogen liegen. Vorallem Zeigefinger kleiner Finger müssen den Bogen gut in alle Richtungen steuern können. Hier liegt in der MS meist schon der Hund begraben: Die Kinder spielen mit fast gestreckten und steifen Fingern und neigen diese zu sehr zur Bogenspitze. Das ist die beste Voraussetzung für eine feste und zeigefingerdruckbetonte Bogenführung 
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Re:Armgewicht der Bogenhand vor 5 Jahren, 7 Monaten
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Danke für die Antwort. Leider habe ich schon festgestellt, dass bei dieser Methode (Aufheben des Zeigefingers) der Ton der Schüler dünner wird, da der Druck weg ist. Aber um dann wirklich das Armgewicht zum Spielen zu benutzen ist`s immer noch ein langer Weg. Hast Du noch einen anderen Tipp?
Gruß
Prim Rose
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bro
Expert Boarder
Beiträge: 85
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Re:Armgewicht der Bogenhand vor 5 Jahren, 7 Monaten
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Hallo,
Ich kann mich noch daran erinnern, als ich ein kleiner Junge war und meine Geigenlehrerin von Armgewicht sprach. Damals habe ich nichts davon verstanden, denn unter meiner Bogenhand war ja gähnende Leere und wenn ich den Arm hätte fallen lassen, wäre er einfach heruntergefallen. So war ich in erster Linie irritiert, das hat einige Jahre angehalten. Deswegen rede ich mit den kleineren Schülern nie von Gewicht, sondern sage einfach, sie sollen feste aufdrücken, wenn sie lauter spielen wollen. Allerdings lege ich Wert darauf, dass der Ellenbogen und der Arm möglichst gut in der Saitenebene positioniert sind, also auf gleicher Höhe wie der Bogen. Das ist meines Erachtens eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Schüler später das Gefühl dafür entwickeln, aus dem ganzen Arm zu streichen. Diese Haltung - mit einem flachen rechten Handgelenk - entschärft auch das Problem, dass einige Schüler den Bogen einfach mit dem Zeigefinger auf die Saite klemmen, da sie die Spannung auf den ganzen Arm verteilt.
Meine Schüler sollen sich vorstellen, dass die Bogenhaare bis in die Achselhöhle reichen, dann machen sie einen Aufstrich und führen den Bogen immer weiter in der Luft, bis sie mit dem Ellenbogen über den Saiten sind. Mit dieser Übung empfindet man den Frosch als Bogenmitte.
Zur Verdeutlichung lasse ich manchmal folgendes machen: Wenn man mit dem Daumen der linken Hand unter dem rechten Oberarmknochen drückt (die Finger umfassen dabei den Bizeps, der Daumen liegt zwischen Bizeps und Trizeps, also auf dem Knochen) und den Daumen etwas hin - und herbewegt, so drückt man an einen Nerv, der von der Achselhöhle bis in die Fingerspitzen (vom 1. bis 3. Finger) erregt wird, das gibt so eine Art elektrischen Schlag auf der ganzen Länge des Armes. Dieser Nerv zeigt den Bereich an, mit dem man streichen sollte.
Den größeren Schülern erkläre ich manchmal die Mechanik des Armgewichtes, eben das, was ich als Junge nicht verstanden habe. Besonders wenn es sich um Leute handelt, die zu sehr verspannt sind, kann dies nützlich sein: Wenn man den Bogen ganz am Frosch auf die Saite legt, kann der Arm einfach mehr oder weniger auf der Saite liegen, da diese sich ja quasi unter dem Schwerpunkt befindet. Wie aber ist es, wenn man in der Mitte, oder gar an der Spitze streicht? Man kann das Armgewicht weiter benutzen und auf die Saite lenken, wenn man die Pronation des Armes (also den Winkel von Elle und Speiche im Raum) feststellt. Wenn nämlich die Hand herunterfällt, muss sie dazu supiniert werden, wenn man das verhindert, kann sie nicht fallen, sie kann höchstens in einen Abstrich rutschen.
So muss es wohl funktionieren mit dem Armgewicht, aber - wie gesagt - ich rede nicht viel davon, in der französischen Geigentechnik kommt das fast nicht vor, nur mein Bratschenprofessor hat es ein einziges mal erwähnt, ansonsten wird immer vom Bogendruck gesprochen.
Den sehr fortgeschrittenen Schülern mache ich den Klangfarbenunterschied zwischen "dranhängen" und "aufstützen" klar. Wenn man also das Gefühl hat, man würde sich auf den Bogen aufstützen (gerade so wie auf eine Theke vor einem Glas Bier) entsteht ein schärferer, obertonreicherer Klang, als wenn man das Gefühl hat, man hänge sich an den Bogen dran. Ein schönes Beispiel für eher "aufgestützten" Klang ist auch Christian Ferras, zum Beispiel in einer Aufnahme der Tzigane von Ravel.
Ein Gegenbeispiel wäre vielleicht David Oistrach, der ja für seinen wunderschön warmen Ton berühmt ist
Es ist eine Geschmackssache, finde ich, natürlich ist es ideal, wenn man beides kann,und je nach Bedarf hin - und herwechselt, wie ich das sehr schön bei Menuhin gehört und gesehen habe.
Klar, dass die Bratscher eher zu einem etwas tieferen Bogenarm neigen sollten, im Unterricht beanstande ich bei denen öfters mal, wenn sie mit dem Ellenbogen über die Saitenebene hinausgehen, es sei denn, sie wollen so einen Spezialeffekt haben.
Fazit: Ich finde das Thema für Kinder viel zu kompliziert, sorge statt dessen für eine Armhaltung in der Saitenebene.
An dem Begriff "Gewicht" hängt meines Erachtens nach viel ideologischer Ballast. Viel lieber halte ich es mit dem Bonmot eines Professors: "Es ist beim Streichen wie in der Erotik: auf die Reibung kommt es an."
Viele Grüße,
Bro
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Re:Armgewicht der Bogenhand vor 5 Jahren, 7 Monaten
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Wenn meine Tochter mal zu sehr aufdrückt, sage ich ihr immer, daß sie die Geige streicheln soll bei jedem Ton. Das wirkt bei ihr wahnsinnig gut. Allerdings sollte das Kind dabei die Geige auch wirklich gern haben
Gruß,
Wusel
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Liebe Grüße, Wusel
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