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was ist eigentliche ein collé? vor 6 Jahren, 4 Monaten
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Hallo,
ich habe neulich ein ganz gutes Buch zur Violinmethodik in der Hand gehabt. Name leider vergessen. Da ist die Strichart "collé" vorgekommen. Die kenn ich nicht, die hab ih nicht verstanden und die hab ich scheinbar noch nie geraucht. Kann mir jemand was zu dieser Strichart sagen? Ist das nur eine andere Bezeicnung für eine Bekannte? Muss man das können?
gruß
heiner
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heiner
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bro
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Re:was ist eigentliche ein collé? vor 6 Jahren, 4 Monaten
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Hallo Heiner,
beim Collé ist der Ansatz des Tons ähnlich wie beim Staccato oder beim Martelé, nämlich mit einer Druckpause. Diese ist allerdings beim Collé auf ein Minimum reduziert, sowohl was ihren Druck, als auch was ihre Länge angeht.
Also: Der Bogen kommt aus der Luft, wird einen winzigen Moment aufgesetzt, bevor der Ton gestrichen wird. Das fühlt sich so an, als würde der Bogen beim Aufsetzen an der Saite festkleben, daher der Name collé, was "geklebt" bedeutet. Es entsteht das typische Ansatzgeräusch nach Druckpausen, (so etwa wie ein kräftig gesprochenes d) aber natürlich nicht so stark wie beim Staccato oder Martelé. Man verwendet das Collé, wenn man so einen Tonansatz haben will, aber etwas dezent und vor allem schnell. Am besten geht das Collé - wie die anderen Striche mit Druckpausen auch - in der unteren Hälfte, etwas über dem Schwerpunkt. Man sollte es aber an jeder Bogenstelle können.
Man kann das Collé gut in der Kammermusik gebrauchen, zum Beispiel statt Spiccato, wenn man einen noch klareren und präziseren Ansatz der Töne haben will. (Man könnte Collé auch als eine Art "Spiccato von der Saite" bezeichnen.)
In der französischen Bogentechnik spielen alle Varianten der Druckpausenstriche eine wichtige Rolle. Ich finde es es äußerst lohnend sich viel mit Druckpausen zu beschäftigen, weil man dabei seine Bogentechnik sehr gut verfeinern kann. Die Qualität des Ansatzes zeigt sofort, ob alles gut eingestellt ist.
Viele Grüße,
bro
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Re:was ist eigentliche ein collé? vor 6 Jahren, 4 Monaten
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Hallo, das ist aber toll, dass langsam mehr Leute zum diskutierern kommen.
Besten Dank für Deine Ausführungen, Bro.
Zum Glück war mir die Strichart, wie beschrieben doch bekannt, ich hab ihr nur noch keinen Namen gegeben  . Aber die Erklärung war sehr gut.
Als ich in den Rezensionen & Tipps der Saite gestöbert habe, ist mir das Buch auch wieder ins Auge gefallen: Es war Ivan Galamian. Nur leider ist da kein Text zu drin 
Frage an die Admins: Kommt der noch? Oder wartet ihr, bis sich "jemand berufen fühlt", wie es dort so schön heißt
vG
Heiner<br><br>Post geändert von: ol_mueller, am: 07/10/2005 09:16
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lg
heiner
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Aw: Re:was ist eigentliche ein collé? vor 3 Jahren, 6 Monaten
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Ich beschäftige mich auch gerade mit dem collé. Ich dachte es handelt sich dabei insbesondere um den sogenannten Fingerstrich: man drückt den Bogen fest auf und gibt dem Bogen allein mit einer Fingerabwärts- bzw aufwärtsbewegung einen kurzen Schub. Dadurch ertönt ein kurzer getrennter (Staccato-) Ton.
Ich setze Staccato extra in Klammern, da das was ich als Staccato kennengelernt habe, eher weicher im Ansatz ist: zum Beispiel das man bei Läufen mit tremoloartigen Handbewegungen mehrere getrennte kurze Töne auf einem Bogen spielt. Dieses Festkleben spielt dabei eigentlich nicht die Hauptrolle, sondern eher die enorme Kürze des Tones und die schnelle Abfolge weiterer Töne.
Noch kürzere Staccato-Töne erreicht man dann mit sautiellé, wobei der Bogen dann mehr"springt", also, so wie ich es verstanden habe, spielt man eine Art Tremolo in der Nähe vom Schwerpunkt, bis der Bogen leicht springt. Das ist dann ja wohl auch höhere Kunst, die ich bzw. wir vielleicht mal erreichen werden.
Liege ich da richtig, oder habe ich etwas falsch verstanden?
Lg Ines
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bro
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Aw: Re:was ist eigentliche ein collé? vor 3 Jahren, 6 Monaten
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Hallo Ines,
für Streicher bedeutet Staccato nicht das gleiche wie für die anderen Musiker. Bei uns ist Staccato ein Strich von mehreren Noten auf einem Bogen, wobei die einzelnen Töne durch Druckpausen getrennt sind. Allermeistens macht man Staccato im Aufstrich, was auch leichter ist, als im Abstrich.
Wenn jede Note einen eigenen Bogenstrich erhält, und am Ende des Tones keine Druckpause steht (quasi ein offenes Ende), so nennt man das Martelé ("gehämmert").
Für sautillé gibt es eine schöne Definition: Die Stange federt, aber die Haare verlassen nicht die Saite. "Sautillé" bedeutet ja auch "quasi gesprungen".
Wenn der Bogen so stark springt, dass die Haare die Saite verlassen, nennt man das spiccato. Das wird auf Deutsch entweder Wurfbogen oder Springbogen genannt, je nach "Herstellungsweise": Wurfbogen unter dem Schwerpunkt des Bogens, mit aktiver Armbewegung (oder Handbewegung, je nach Schule). Beim Springbogen springt der Bogen von selbst, also irgendwo über dem Schwerpunkt, die Elastizität der Stange und der Saite nutzend (etwa wie das Dribbling beim Basketball).
Der Fingerstrich ist von Carl Flesch nur als Übung gedacht, zur Entwicklung von Flexibilität und Muskulatur in den Fingern. Flesch war ziemlich sauer, dass der Strich dann auch im Konzertgebrauch benutzt worden ist.
Das collé ist das, was ich geschrieben habe: ein Strich, bei dem die Druckpause auf ein Minimum beschränkt ist, weicher als Staccato und Martelé, nicht unbedingt sehr schnell. Man hat wirklich das Gefühl, als wäre der Bogen zwischen den Tönen etwas an der Saite festgeklebt.
Viele Grüße,
Bro
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Aw: Re:was ist eigentliche ein collé? vor 3 Jahren, 6 Monaten
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Hallo Bro,
herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort! Staccato, Spicatto, sautillé sind also alles Ausdrucksmöglichkeiten für kurze getrennte Töne. Und collé ist dann nur eine Note pro Strich/Bogen?
lg Ines
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