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Argumente für Schüler-UND-Eltern!
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THEMA: Argumente für Schüler-UND-Eltern!
#1857
Rebec
Fresh Boarder
Beiträge: 1
graphgraph
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Argumente für Schüler-UND-Eltern! vor 3 Jahren, 4 Monaten Karma: 0
Ich unterrichte seit ca. 1 1/2 Jahren Geige an einer privaten Musikschule, seid einem Jahr sind es überwiegend ganz kleine Kinder, die bei mir anfangen.
Ich orientiere mich soweit ich kann an dem, was ich über die Suzuki-Methode weiß, zudem fange ich dann an mit einfachen Bogenübungen und dann kommt Suzuki-Heft I. Vor dem Sommer gab es ein Abschlußkonzert und meine kleinen Anfänger haben alle brav "getwinkelt", manche sogar in Variationen. Nun sah ich im Heft wie es weitergeht. Mit weiteren Kinderliedern und lauter Moto Perpetuums. Ich weiß nicht. Ich erlebe es einfach zu oft, daß Kinder und Eltern viel zu hohe Erwartungen habe, kein Lust haben, nur leere Saiten zu streichen und gleich spielen können wollen! Es ist sonst so ein Drahtseilakt, sie zum Üben und Zuhören und zu Konzentration zu kriegen. Werden Kinderlieder aureichen, wo sowieso nur dieselben Töne vorkommen wie bei "Twinkle, twinkle" und dieselben Finger und dieselben Schwierigkeiten nur in einer anderen Reihenfolge? Hat jemand eine gute Idee, wie Kinder trockene Übungen und Etüden annehmen!?!?!
Was ich schon getan habe, um den Unterricht zu bereichern, außer allgemeiner Achtsamkeit in individuellem Umgang und der jeweiligen Belastbarkeit bei den Schülern:
1.) Immer darauf geachtet, ob die Kinder ein Stück selber vorschlagen, was sie spielen wollen
2.) Spiele-Krabell-und Scheibenwischer-Übungen zur Erfahrung des Bogens und Bogengewichts
3.) Flugbogen-Übung, leere Saiten, Tier-Vergleiche
4.) Stickers, die man aufkleben kann, damit sich das Kind selber belohnen kann, wenn es übt
5.) CD-s aufgenommen, wo ich ganz ganz langsam spiele, zum Mitspielen, damit es sich zu Hause "besser anhört"
6.) Leichter Sing-bzw. Summ-Übungen, um die Tonvorstellung zu schulen
7.) Selber aus versch. Geigenschulen geeignetes Heft zusammengestellt, da ich keine "perfekte" Schule fand...
8.) Immer versuchen, weiterzugehen, ohne schlampig zu sein, damit es Spaß macht
etc.
Mehr will ich erst mal nicht auflisten.
Aber solcherart Anregungen und Tips suche ich und auch eine Antwort auf die Frage, ob jemand weiß, welchen Tanz Suzuki auf dem Bild tanzt, wo die Kinder im Hintergrund mittanzen und mitgeigen...???
Ich wende mich deswegen an ein Forum, weil ich Bücher für begrenzt halte. Ich rede lieber mit Menschen. Da ich die einzige Geigenlehrerin an unser Musikschule bin, kann ich mich auch nicht wirklich mit Kollegen austauschen. Tutor haben wir auch nicht.
...
Und nun wende ich mich vor allem an die Mütter und Väter...was tun, wenn man merkt, daß fast alle Eltern chronisch überlastet ist...da gibt es Schule, AG's, Arzttermine, Oma-Termine, und die Eltern kippen im Unterricht, wenn sie dabei setzen, fast vom Stuhl und wenn ich sie darauf anspreche, ob sie mit ihrem kleinen Kind denn geübt haben, stöhnen sie leise in sich rein...Konzertbesuche...? Ja, tolle Rat. Hab ich auch schon befolgt, aber da ist schon der Bierabend von Onkel Werner und dann fahren sie übers Wochende am besten weg, weil sie viel zusammen unternehmen wollen, wenn die Eltern mal nicht arbeiten, oder der Vater muß selber andauernd wegfahren...oder...oder
Warum schaffe ich es nicht, die Eltern zu disziplinieren? Was sind die richtigen Argumente!?!?
 
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#1859
Annette
klavierspielende Mama eines geigespielenden Sohnes
Platinum Boarder
Beiträge: 439
graphgraph
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Geschlecht: weiblich
Aw: Argumente für Schüler-UND-Eltern! vor 3 Jahren, 4 Monaten Karma: 5
Hallo Rebec,

ich finde es schön, daß Du Dir so viele Gedanken machst und so viel Mühe gibst! Und daß Du die Eltern einbeziehen willst, das ist nämlich nicht selbstverständlich. Die erste Lehrerin meines Sohnes (damals 5) mochte mich eigentlich nicht mit im Unterricht haben, und ich habe das mühselig durchsetzen müssen. Kann mir hier in älteren Forenbeiträgen alles nachlesen.

Bei der Suche nach einer neuen Lehrerin (nach 3 Jahren) habe ich von vornherein darauf geachtet, daß sie Eltern miteinbezieht.

Also, es gibt solche Lehrer und solche! Auch hier im Forum wurde das kontrovers diskutiert.

Und es gibt eben auch solche Eltern und solche. In unserer Familie ist die Musik wichtig, und so wurde es auch das Geigespielen meines Sohnes. Aber was Du über manche Eltern schreibst, könntest Du über mich schreiben, was das zweite Hobby meines Sohnes betrifft: Judo. Das macht er, weil es gesund ist, sich auch mal zu bewegen. Er (und wir Eltern) haben jedoch keinen Ehrgeiz und ich bin zufrieden, wenn er nach dem Training fröhlich und verschwitzt ist. Ob er seine Gürtelprüfungen gut oder schlecht oder überhaupt nicht macht, finden wir nicht wichtig.

So ist das nun mal. Wir haben in der Bekanntschaft ziemlich viele musizierende Kinder, aber nicht für alle ist das sehr wichtig. Und einige Eltern haben sich vorher kaum mit Musik beschäftigt. Sie freuen sich, wenn es Erfolge gibt, aber sie haben andere Prioritäten. Sie trauen es sich auch gar nicht zu, mit ihren Kindern zu üben, weil sie keine Noten lesen können und auch nicht sicher sind, ob sie die Töne richtig hören. Für die Kinder ist es trotzdem gut, ein Musikinstrument zu spielen. Und Eltern arbeiten nun mal (ich auch, wenn auch nur halbtags), wir fahren auch weg, wir müssen zum Arzt, die Klassenarbeit naht, die Oma ist krank usw. Das kann man nicht ändern.

Ich kann mir gut vorstellen, daß sich manche Eltern vielleicht von Dir überfordert fühlen. Schon das Wort "disziplinieren" könnte manche Eltern verschrecken.

Ich habe aber gemerkt, daß Erfolgserlebnisse immer sehr motivieren. Wir machen regelmäßig kleine Hauskonzerte und ALLE Kinder werden gelobt und bekommen Applaus. Und die meisten üben danach mehr. Die Eltern motiviert das übrigens auch.

LG Annette

 
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#1933
Alabama
Mama mit Geigen/Klavier-Tochter :o))
Gold Boarder
Beiträge: 162
graphgraph
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Ort: Youtube-Name: violinopiccolo
Aw: Argumente für Schüler-UND-Eltern! vor 3 Jahren, 3 Monaten Karma: 2
Hallo Rebec

ich bin eine Übe-Mama. Wie man die Eltern zum Üben disziplinieren kann ist wirklich schwierig. Vielleicht ist es beim ersten "Reinschnuppern" in das Instrument ganz wichtig, dass die Eltern wissen, dass sie bei der Geige einfach mitüben sollten.

Bei uns war es so, dass meine Tochter bereits mit 4 Jahren wusste, dass sie Geige lernen wollte. Doch erst mit 7 durfte sie, und das nur - weil ich (!!!) mir das dann nach 3 Jahren Überlegungszeit erst zugemutet habe. Ich wusste bevor wir angefangen hatten, dass da eine Disziplins-Arbeit auf mich zukam und darin war ich gar nicht gut.
Und nun hab ichs tatsächlich geschafft: seit genau 2 Jahren übe ich täglich mit meiner Tochter und begleite sie auch in die Stunde. Aber das ist wohl eine Einstellungsache....

Zum Thema Etüden, Bogenübungen ect.: die Etüden hat meine Tochter ganz leicht angenommen und zwar, weil sie schwer aussahen - sie war und ist richtig stolz, dass sie solche Noten spielen darf.
Hat sie aber trotzdem mal ein Hänger und vor allem die Bogenübungen findet sie nicht immer ganz lustig, dann hilft es bei uns immer, wenn ich ihr erkläre, dass sie genau durch diese Übungen eben weiter kommt und besser spielen kann! Das motiviert sie dann sehr. Und: wir schauen in dem Heft, welche Übung als nächstes kommt und was sie am meisten spannend findet - dann möchte sie möglichst schnell zu der anvisierten Nummer kommen und findet so wieder den Elan, auch mal was zu Üben, was ihr nicht grad so Spass macht, weil sie sieht, dass auch wieder spannendere Übungen kommen.

Aber jedes Kind ist ja wieder anders - es wird ein Ausprobieren bleiben!

Viel Erfolg und weiterhin viel Kraft und Freude!!
 
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